Schulwahl - Rechtstipps vom Rechtsanwalt

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Wahl Schule

 

Antrag auf Platz in weiterführender Schule ab Klasse 5

Jetzt sitzen die Familien wieder über den Antragsformularen für die Wunschschule ab Klasse 5.

 

Wie in jedem Jahr - Eltern und ihre Kinder schreiben ihre Wunschschule dort hinein, nachdem sie sich an den Tagen der offenen Türen die Schulen genau angesehen haben. Das Formblatt "Antrag weiterführende Schule ab Klasse 5" wird weiter ausgefüllt und rechtzeitig abgegeben. Danach steht geduldiges Warten an. Und einige Zeit vor den Sommerferien fällt die Entscheidung, ob es mit dem Platz an der Wunschschule geklappt hat.

 

Problem

Leider besteht seit Jahren die immer gleiche Problematik: Schüler und ihre Eltern dürfen nur den Bildungsgang (quasi Gymnasium oder Realschule) wählen, aber eben nicht die konkrete gewünschte Einzelschule.

 

Tipp

Wir empfehlen, eine Beratung am Jahresanfang wahrzunehmen - jedenfalls vor Abgabe des Antrags. Erfahren Sie in der Beratung, welche Rechte Ihr Kind und Sie als Eltern haben. Lassen Sie sich beim Ausfüllen des Antrags unterstützen.

 

Ist der Anmeldeantrag "mißglückt" ausgefüllt, kann das später unvorteilhafte Auswirkungen haben.

 

Oder anders ausgedrückt: Eine clevere Bewerbung macht den Erhalt des gewünschten Schulplatzes wahrscheinlicher.

 

Schulwahl - the same procedure as every year?

Für Schüler und ihre Familien ist die Wahl der Schule ab Klasse 5 auch in diesem Jahr wieder nicht leicht gewesen.

 

Dass die Schulwahl einfacher wird, hätte man meinen können. Die letzten Jahre waren turbulent, Schulwahl kein einfaches Unterfangen.

 

In den letzten Jahren boten sich den Familien G8-Gymnasium oder G9-Gymnasium oder Gesamtschule oder Gymnasium als ein Rückkehrer zu G9 (oder doch noch nicht) oder sogar Gymnasium mit G8 und G9 parallel an.

 

Manche Familie möchte ihr Kind unbedingt auf einem G9-Gymnasium beschulen lassen, dass die behördliche Schülerlenkung einen Platz an einem G8-Gymnasium zuweisen könnte, sorgt für Angst.

 

 

konkrete Schule - Schwerpunkte, Profile, Sprachenfolge, Abschlüsse

Zumeist Gymnasien unterscheiden sich aufgrund von Schwerpunktbildungen, Profilen, Zertifizierungen oder erreichbaren Abschlüssen so weit voneinander, dass im Vergleich der Gymnasien miteinander von identischen Schulen längst nicht mehr gesprochen werden kann.

 

Gymnasien bilden fachliche Schwerpunkte aus, schaffen sich ein individuelles pädagogisches Profil oder bieten neben dem Abitur weitere Abschlüsse an (z. B. IB). Es gibt Schulen mit einer bestimmten Sprachenfolge (z. B. Spanisch als 1. Fremdsprache oder Russisch als 3. Fremdsprache), oder mit einer Musikklasse, oder mit MINT-Schwerpunkt, sogar mit MINT-Unterricht ausschließlich in englischer Sprache.

 

Aber auch Halbtags- oder Ganztagsschule und die Angebote, die bestimmte Schulen am Nachmittag freiwillig oder verpflichtend anbieten, sind hier zu nennen.

 

Alle Gymnasien halten zwar einen Unterricht entsprechend den Vorgaben des Lehrplans Gymnasium ab und verleihen den Abschluss Abitur, der Unterricht kann aber nur als „gymnasiale Grundversorgung“ angesehen werden. Gymnasien bieten nämlich darüberhinaus Zusätzliches an.

 

Hochschulen und mögliche spätere Arbeitgeber schauen nicht nur auf den Abschluss Abitur, ein einzelnes Fach mit einer bestimmten Note oder eine Fremdsprache mit einem bestimmten erreichten Level geben manchmal den Ausschlag für den Studienplatz oder den Job. Die häufig anzutreffende Meinung, an jedem Gymnasium könne der Abschluss Abitur erreicht werden, das reiche ja wohl - dies wird den Anforderungen der heutigen Zeit in keinster Weise mehr gerecht.

 

Oft wird im Zusammenhang mit Wunsschule nur von Gymnasien gesprochen. Vielen Familien geht es aber auch um einen Schulplatz an der "richtigen" Realschule.

 

 

Bewerbung um Schulplatz abgelehnt

Probleme des Zugangs zu diesen besonderen Schulen sind vorprogrammiert:
Wünschen Schüler und ihre Eltern den Zugang zu einer solchen - mit besonderem Profil und schulindividuellen Zusatzangeboten ausgestatteten - konkreten Schule, erhalten sie aber einen Schulplatz lediglich an einem "herkömmlichen Gymnasium mit nur gymnasialer Grundversorgung" oder an einem Gymnasium mit völlig anderem Profil, dann ist die Enttäuschung groß.

 

Leicht zu verstehen, dass eine 'Sportskanone' auf einem humanistischem Gymnasium mit Latein und Altgriechisch eher falsch ist.

 

Besonders ärgerlich stellte sich die Situation beispielsweise für hessische Schüler dar. Schüler in Hessen sollen nur Anspruch auf Aufnahme in die Schulen des Schulträgers haben, in dessen Gebiet sie wohnen.

 

Die Geschehnisse des weiterführenden Links datieren aus 2007 und später. Bitte glauben Sie aber nicht, dass das Problem alt sei und längst Geschichte. Hessen hält daran fest, dass Schüler aus den Landkreisen nicht in die Stadtschulen dürfen.


Lesen Sie auch: Kampf gegen behördliche Schülerlenkung


Auch in Baden-Württemberg besteht kein Anspruch auf Aufnahme in eine bestimmte Schule. Rheinland-Pfalz bildet für Schulen Schuleinzugsbereiche. Ähnliches ist auch in Nordrhein-Westfalen möglich.

 

 

noch freie Plätze?

Es stellt sich daher die Frage, ob vorhandene freie Kapazitäten vollständig ausgeschöpft wurden, wenn bestimmte Profil-Schulen beliebt sind und dort mehr Bewerbungen eingehen als Schulplätze vorhanden sind.

 

In der Rechtsprechung wird ausgeführt, dass wegen des verfassungsrechtlichen Anspruchs auf Erziehung und Bildung regelmäßig eine vollständige Ausschöpfung der Kapazitäten verlangt werden muss. Jedenfalls müssen die Schulen ihre Kapazitäten richtig berechnen, ausschöpfen und vorhandene Schulplätze an Bewerber vergeben.

 

In seltenen Ausnahmefällen haben die Schulen sogar Plätze außerhalb der Kapazitäten bereit zu stellen.

 

Trends bei der Schulwahl

In den vielen Jahren unserer Tätigkeit hat sich gezeigt, dass es auch bei der Schulwahl "Trends" gibt.

 

In einem Jahr ist eine bestimmte Schule mehrfach überwählt, im Jahr darauf ist die Kapazitätssituation schon deutlich entspannter. Jedes Jahr ist anders.

 

Das Hickhack um G8 und eine G9-Rückkehr hat die Kapazitätssituation durcheinandergewirbelt. Zu den Zeiten als es nur G8 gab, wichen Schüler und ihre Eltern auf Gesamtschulen mit 9-jähriger Gymnasialdauer aus. Gymnasien, die zu G9 zurückgekehrt sind, sind überwählt, möglicherweise sind an Gesamtschulen und G8-Gymnasien aber noch Plätze frei.

 

 

Schulplatzklage beauftragen?

Im Hochschulwesen sind Studienplatzklagen ein normaler Weg, um zum gewünschten Studium (Studienplatz) zu gelangen.

 

An begehrten Schulen sind die Kapazitäten begrenzt, daher wird ein Schüler einen freien Platz meist nur mit anwaltlicher Beratung und Unterstützung ergattern können.

 

Die Aufnahme in die weiterführende Wunschschule wird oft nur über den Weg der Schulplatzklage gelingen. Hierbei handelt es sich um ein Verfahren des Eilrechtsschutzes beim Verwaltungsgericht. Wer nicht sogleich das Gericht mit der Sache befassen möchte, ist dennoch auf förmliche Verfahren - Widerspruch - angewiesen. Es ist sinnvoll, dass diese Verfahren ein fachkundiger und erfahrener Anwalt führt.

 

 

Wer nicht kämpft, hat schon verloren. (Bertolt Brecht)

In jedem Jahr gibt es "Siege" zu vermelden. Manche Familie, die zunächst keinen Platz an der Wunschschule ergattert hatte, konnte nach durchgeführten förmlichen Verfahren ihr Kind dann doch noch auf die gewünschte Schule schicken. Meist wird dies aber nur mit Hilfe eines erfahrenen Anwalts gelingen.

 

TIPP
Wer eine Absage seiner Wunschschule erhalten hat, sollte mit förmlichen Verfahren wagen, den Platz doch noch zu erkämpfen. Jeder sollte sein Glück versuchen.

Wahl Privatschule

 

Viele Schüler und ihre Eltern wenden sich enttäuscht vom staatlichen Schulwesen ab und besuchen eine Privatschule.

 

Jede 10. Schule ist in freier Trägerschaft, jeder zwölfte Schüler besucht in Deutschland eine Privatschule.

 

Privatschulen werden immer beliebter, daher sind mancherorts die Wartelisten lang.

 

Auch in der Privatschule wird die Entscheidung "nicht versetzt" ausgesprochen, wenn die Noten schlecht sind. Eine solche Entscheidung auch einer Privatschule kann auf Richtigkeit hin überprüft und angegriffen werden - Stichwort "Zeugnisanfechtung".

 

Besonders ärgerlich und damit meist ein Grund, einen Anwalt aufzusuchen, ist eine Kündigung des Schulvertrags durch die Privatschule.

 

Ein Anwalt kann den geschlossenen Schulvertrag überprüfen und dann auch einschätzen, ob die von einer Privatschule ausgesprochene Kündigung dem geschlossenen Vertrag entspricht, somit wirksam ist - oder eben nicht. Bei einer unwirksamen Kündigung bietet es sich an, mit der Privatschule über eine Weiterbeschulung zu verhandeln.

 

 

Es gibt aber auch Fälle, in denen sich Schüler und Eltern enttäuscht von einer Privatschule abwenden. Die Familien sprechen der Privatschule die Kündigung aus, die vielfach von dieser nicht akzeptiert wird. Anwaltliche Hilfestellung ist hier angezeigt.

Wahl Schule im Ausland

 

Nicht selten kommt es vor, dass bedingt durch einen Arbeitsplatzwechsel der Eltern Schüler in einen anderen Staat umziehen und dort die Schule besuchen.

 

Dabei stellt sich die Frage, ob die neue Schule bereits erbrachte Leistungen und Noten einer deutschen Schule auch anerkennt. Und was passiert, wenn nach einigen Jahren Schulbesuch im Ausland erneut eine deutsche Schule oder eine deutsche Uni besucht werden soll? Die Sache mit der Anerkennung von Leistungen stellt sich abermals.

 

An einer deutschen Auslandsschule als Privatschule können sich die gleichen Probleme wie an einer Inlandsschule ergeben. Die Auslandsschule spricht beispielsweise eine Nichtversetzung aus, ordnet eine Ordnungsmaßnahme an oder kündigt den Schulvertrag, wogegen sich Familien wehren können.


Überwiegend geht es aber um die Anerkennung ausländischer Bildungsnachweise oder ausländischer Bildungsabschlüsse im Sinne einer Gleichwertigkeit mit einem hiesigen Abschluß. Nach Anerkennung kann in Deutschland eine weiterführende Schule besucht oder eine Berufsausbildung oder ein Studium aufgenommen werden.

Durch maßgeschneiderte Beratung vom Rechtsanwalt individuelle Handlungsmöglichkeiten kennenlernen.

 

Wir beraten in allen Bildungs- und Berufsfragen, kennen aus langjähriger Erfahrung viele Tipps und Kniffe. In einer sich rasch verändernden Welt ist es unerlässlich, sich mit den Chancen und Risiken der Bildungs- und Berufswahl zu befassen. Unsere Erfahrung bietet Orientierung in für den Laien unübersichtlichen Lebenslagen.

 

Wir bieten keine Standardlösungen, sondern schauen uns sorgfältig Ihre Unterlagen an, klären im Dialog die besonderen Umstände Ihrer Situation, überprüfen auf dieser Basis die Rechtslage und unterbreiten Ihnen dann einen individuellen Vorschlag für ein mögliches Vorgehen.

 

 

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Aktualisierung: 2017/07/11 - Redakteurin: Rechtsanwältin Sibylle Schwarz

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